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Herrnhuter Losung für heute

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Wer wir sind

Wir sind eine kleine Filiale des christlichen Vereins Junger Menschen, der allein in Deutschland rund 225.000 Mitglieder hat.

PDF-Download: Satzung des CVJM Schönefeld e.V.

Wer ist eigentlich dieser CVJM und was steckt dahinter? Zunächst ein paar trockene Zahlen:

Wir in Schönefeld sind eine zugegeben kleine Filiale dieses weltweit in mehr als 120 Ländern der Erde tätigen Jugendverband.

Pariser BasisPariser Basis

Bereits vor fast 150 Jahren im Jahr 1855 haben sich kluge Männer aus Anlass der Weltausstellung in Paris getroffen. Einer von Ihnen war Henri Dunant, der spätere Gründer des Roten Kreuzes. 1855 allerdings gründeten sie den CVJM und gaben ihm als Grundlage die Pariser Basis:

"Die Christlichen Vereine Junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten." [...] "Keine an sich noch so wichtigen Meinungsverschiedenheiten über Angelegenheiten, die diesem Zweck fremd sind, sollten die Eintracht brüderlicher Beziehungen unter den nationalen Mitgliedsverbänden des Weltbundes stören." (Paris, 1855)

Solche schönen, aber alten Worte sind heute nicht mehr so einfach zu verstehen. Viele Dinge haben sich seit 1855 geändert. Dazu gehörte zum Beispiel die lange überfällige Gleichstellung der Frauen. Dem wurde, wenn vielleicht auch ein wenig spät Rechnung getragen. Aber immerhin: Inzwischen heißen wir nicht mehr Christlicher Verein Junger Männer, sonder Christlicher Verein Junger Menschen. So kam es zu der Zusatzerklärung zur Pariser Basis.

"Die CVJM sind als eine Vereinigung junger Männer entstanden. Heute steht die Mitgliedschaft allen offen. Männer und Frauen, Jungen und Mädchen aus allen Völkern, Konfessionen und sozialen Schichten bilden die weltweite Gemeinschaft im CVJM. Die "Pariser Basis" gilt heute im CVJM-Gesamtverband in Deutschland e.V. für die Arbeit mit allen jungen Menschen."

Die Kampala-Erklärung

Eine weitere wichtige Entwicklung erfolgte 1973 mit der Kampala-Erklärung. Zusätzlich zur Pariser Basis wurde sie vom Weltrat des CVJM in der Hauptstadt Ugandas beschlossen und ist nach wie vor aktuell und gültig:

"Die Pariser Basis sagt aus, dass Christus das Zentrum der als weltweite Gemeinschaft verstandenen Bewegung ist, in der Christen aller Konfessionen miteinander verbunden sind. Sie folgt dem Grundsatz einer offenen Mitgliedschaft, die Menschen ohne Rücksicht auf ihren Glauben, ihr Alter, ihr Geschlecht, ihre Rasse und ihre sozialen Verhältnisse umfasst. Die Basis ist nicht dazu bestimmt, als Bedingung für die Einzelmitgliedschaft im CVJM zu dienen, welche bewusst dem Ermessen der Mitgliedsbewegungen des Weltbundes überlassen bleibt. Die Basis macht deutlich, dass die Mitgliedsbewegungen die Freiheit haben, ihre Zielsetzungen anders auszudrücken, in einer Weise, die unmittelbarer den Bedürfnissen und Vorstellungen derer entspricht, denen sie dienen. Entscheidend ist, dass die Zielsetzungen in der Beurteilung des Weltbundes im Einklang stehen zur Pariser Basis. In Anbetracht der Prägung der CVJM in der Welt von heute werden durch diesen Akt der Anerkennung der Pariser Basis den verschiedenen Vereinen und ihren Mitgliedern als Mitarbeiter Gottes Forderungen auferlegt, zu denen gehören:

  1. Für Chancengleichheit und Gerechtigkeit für alle zu wirken.
  2. Für die Schaffung und Erhaltung einer Welt zu wirken, in der die Beziehungen der Menschen untereinander durch Liebe und Verständnis gekennzeichnet sind.
  3. Auf Verhältnisse und deren Erhaltung im CVJM und in der Gesellschaft, ihren Organisationen und Einrichtungen hinzuarbeiten, die der Ehrlichkeit, Vertiefung und schöpferischen Fähigkeit Raum geben.
  4. Formen der Mitarbeit und des Programms zu entwickeln und zu erhalten, die die Vielfalt und Tiefe christlicher Erfahrung deutlich machen.
  5. Für die Entfaltung des ganzen Menschen zu wirken."

Um unserem Auftrag gerecht zu werden, arbeiten wir mit Menschen aller Gesellschaftsschichten zusammen. Ohne Rücksicht auf ihren Glauben, ihre Rasse, ihr Geschlecht oder ihre kulturelle Herkunft.
Diese Verpflichtung bewegt uns auf soziale Veränderungen hinzuarbeiten, indem wir die Ursachen der Fragen und Probleme, denen die Menschen gegenüberstehen, aufgreifen. Neben Freizeitbeschäftigung, Sport und Ausbildung sowie Flüchtlingsdiensten auch vor Ort engagieren wir uns in vielen Ländern, um Anstöße zu sozialen Veränderungen zu geben.
Wir setzen uns durch Gemeindearbeit und Programme zur Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten für die Probleme der Menschen ein. Probleme wie Rassismus, junge Menschen in Risikosituationen und Arbeitslosigkeit werden von uns kreativ aufgegriffen, um der wachsenden Säkularisierung, dem Konsumverhalten und der Zersplitterung der Gesellschaft entgegenzuwirken. Wir geben die Möglichkeit eine Orientierung für ein Leben zu finden, eine Basis auf der das Leben funktionieren kann.
Letztlich geht es bei den fünf Forderungen um den Umgang miteinander. Den Umgang mit den nahen und den weiter entfernten Menschen. Es geht um die Verantwortung, die wir als Christen für uns, die Menschen und die Erde haben. Auch wenn sich das geschwollen anhört, das ganze hat sehr viel mit Freude und Lust am Leben zu tun. Trotzdem wird bei uns auch nur mit Wasser gekocht und wir sind ganz normale Menschen.

Welche einzelnen Möglichkeiten es bei uns gibt, hat immer etwas mit den Gaben und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu tun, die gerade bei uns mitarbeiten. Deshalb lohnt es sich uns mal näher anzuschauen!

CVJM in Deutschland

In Deutschland wurde der erste CVJM 1883 in Berlin gegründet. In verschiedene Großstädten Deutschland wurden ebenfalls CVJMs gegründet, deren Arbeit sich auf die umliegenden Kleinstädte und Dörfer ausbreitete. Die Großstadt - CVJMs schließen sich 1919 zur "Arbeitsgemeinschaft der CVJM" zusammen. In der Zeit des Nationalsozialismus kann die Arbeit unter dem Dach der evangelischen Kirche nur extrem eingeschränkt weitergeführt werden und im 2. Weltkrieg kommt die Arbeit dann fast zum Erliegen. 1945 konnte man dann erneut mit der Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland beginnen, in der Deutschen Demokratischen Republik war das erst 1989 wieder möglich. Seit den sechziger Jahren dann wurden immer mehr Mädchen und Frauen in die CVJM Arbeit miteinbezogen, so dass 1985 dann die Namensänderung erfolgte. CVJM heißt "Christlicher Verein Junger Menschen".
Der deutsche CVJM hat etwa 250.000 Mitglieder.

CVJM-LogoDas CVJM-Dreieck

Das CVJM-Dreieck wurde 1890 im CVJM-Ausbildungszentrum Springfield-College eingeführt. Der obere Balken symbolisiert den Geist, der links von der Seele und rechts vom Leib gestützt wird. Nach dem Ersten Weltkrieg fand das Zeichen Eingang in den Großstadt-CVJM, heute ist es überall auf der Welt das Symbol der CVJM-Arbeit.

Die Leitlinien des CVJM

  1. Die Arbeit des CVJM geschieht auf der Grundlage der Pariser Basis des Weltbundes der CVJM und der Zusatzerklärung des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland: "Die Christlichen Vereine junger Männer haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, in ihrem Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter jungen Männern auszubreiten. Keine an sich noch so wichtige Meinungsverschiedenheit über Gegenstände, die diesem Zwecke fremd sind, sollte die Eintracht brüderlicher Beziehungen der verbundenen Vereine stören." (Paris 1855)

    "Die CVJM sind als eine Vereinigung junger Männer entstanden. Heute steht die Mitgliedschaft allen offen. Männer und Frauen, Jungen und Mädchen aus allen Völkern, Konfessionen und sozialen Schichten bilden die weltweite Gemeinschaft im CVJM. Die Pariser Basis gilt heute im CVJM-Gesamtverband in Deutschland e. V. für die Arbeit mit allen jungen Menschen." (Kassel 1985 / 2002)

  2. Die Mitarbeitenden des CVJM sind im Glauben an Jesus Christus miteinander verbunden. Sie gehören verschiedenen christlichen Kirchen an. Der CVJM ist Teil der weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Seine missionarische Arbeit trägt zum Aufbau der Gemeinde bei. Der CVJM sucht die Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen.

  3. Die ehrenamtliche Mitarbeit ist im CVJM von wesentlicher Bedeutung. Ehrenamtliche und Hauptamtliche arbeiten partnerschaftlich zusammen.

  4. Die Teilnahme an den Programmen des CVJM steht Jungen und Mädchen, Frauen und Männern aus allen sozialen, ethnischen, kulturellen und religiösen Gruppen offen. Die Angebote tragen zu gegenseitigem Verständnis und Respekt bei.

  5. Im CVJM erleben vor allem junge Erwachsene, Jugendliche und Kinder die Liebe Gottes durch persönliche Zuwendung und Begleitung und werden zum Glauben an Jesus Christus eingeladen.

  6. In der Gemeinschaft des CVJM sollen alle Wertschätzung erfahren, ihre Begabungen entdecken und entfalten und ihren Fähigkeiten entsprechend Verantwortung übernehmen.

  7. Die Arbeit des CVJM geschieht ganzheitlich. Sie sieht den Menschen als Einheit von Geist, Seele und Leib, in seiner Beziehung zu sich selbst, zu anderen Menschen, zur Schöpfung und zu Gott. Sie geschieht in vielfältigen Formen der Jugendarbeit, der Jugendbildungs- und Jugendsozialarbeit.

  8. Der CVJM ist ein demokratisch verfasster Jugendverband. Er vertritt jugendpolitisch die Interessen junger Menschen und unterstützt sie in der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung.

  9. Die CVJM sind regional, national und international vernetzt und bieten dadurch jungen Menschen die Chance, durch Begegnung und Austausch voneinander zu lernen und sich für ein gerechteres Zusammenleben in der Welt einzusetzen.

Diese gemeinsamen Leitlinien des CVJM wurden beim Hauptausschuss des CVJM-Gesamtverbandes am 12. und 13. April 2002 erarbeitet.

zuletzt geändert von Johannes Schubert